Das Pfarrheim

In den siebziger Jahren entstanden in vielen Nachbargemeinden Bürgerhäuser und Pfarrheime. Seit 1975-76 bestanden im Kirchenvorstand Pläne, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Aber erst im Oktober 1977 brachte der frisch eingetroffene Pfarrer Behrendes neuen Schwung in die Angelegenheit. Einige Mitglieder des Kirchenvorstandes besichtigten in den folgenden Monaten verschiedene Bürgerhäuser und Pfarrheime in der näheren Umgebung. Aufgrund der gesammelten Informationen und auf Anraten des Generalvikariates in Paderborn entschied der Kirchenvorstand sich für den Bau eines Pfarrheimes in der Antoniusstraße, Ecke Schlagerfeld. 1979 konnte dann die Vorplanung einsetzen. Es folgte am Freitag, dem 11. Januar 1980 eine Bürgerver­sammlung auf dem Saal Pieper. In dem überfüllten Saal wurde über das Bauvorhaben diskutiert, und man fand eine breite Zustimmung.

Die größte Sorge der Initiatoren war jedoch die Finanzierung des 500.000 DM – Projektes. Es musste nämlich ein Eigenanteil von 230.000 DM aufgebracht werden. Dem Spendenaufruf der Kirchengemeinde folgten fast alle Oestereider und einige Westereider Familien. Die Höhe des Spendenaufkommens und die zugesagten Arbeitsstunden für die geplanten Eigenleistungen übertrafen die Erwartungen der Planer. Zur weiteren Unterstützung wurde von einigen Frauen ein Erntedankfest organisiert und die Einnahmen für den Bau des Pfarrheimes gespendet. Dieses Fest wurde in den folgenden Jahren zu einem festen Termin im Jahresverlauf unserer Kirchengemeinde.

Am 15. Oktober 1980 war es endlich soweit, der erste Spatenstich wurde getan. Der Patriot berichtete:

„Ein jahrelang gehegter Wunsch der katholischen Pfarrgemeinde Oestereiden wurde am Samstag endlich Wirklichkeit: Gestern rückten auf dem Grundstück an der Ecke Antonius- und Luziastraße Baumaschinen an, um mit dem Bau des Pfarrheims zu beginnen. Eine mehr als siebenjährige Wartezeit ging damit zu Ende.“

pfarrheim1Im Frühjahr 1981 begann die eigentliche Bauphase. Unter der Mithilfe der Dorfbewohner wurde der überwiegende Teil der Arbeiten in Eigenleistung erbracht. Es ist eine turbulente Zeit für die Initiatoren. Doch es gelingt in weniger als zwei Jahren das Gebäude fertig zu stellen.

Zum Erntedankfest am 3. Oktober 1982 wurde das neue Pfarrzentrum eingeweiht. Schon mit dem feierlichen Festhochamt, das gemeinsam Pfarrer Behrendes und Generalvikar Kresing zelebrierten, wurde die Bedeutung des bevorstehenden Festes deutlich. Der anschließende Umzug führte zum Pfarrheim, wo Generalvikar Bruno Kresing die Einweihungszeremonie vornahm.

Zum Weiheritus betete er:

pfarrheim2Herr, unser Gott, am heutigen Tag haben wir allen Grund, dir zu danken. Dieses Haus, das heute seiner Bestimmung übergeben wird, soll uns helfen, deinen Auftrag zu erfüllen. Gib ihm deinen Segen und hilf, dass alles, was in diesem Haus geschieht, dem geistlichen Wachstum deiner Gemeinde dient. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

In seiner Festrede setzte der Generalvikar sich mit der eigentlichen Bedeutung des Pfarrheims auseinander und sagte:

„Als Zuordnung zum Zentrum einer Pfarrgemeinde, der Kirche, erfülle das Pfarrheim die wichtige Funktion einer Begegnungsstätte zwischen den häufig divergierenden Gruppen der Erwachsenen, der Jugendlichen und Kinder.“

Unter Teilnahme der Dorfbewohner und zahlreicher Besucher der Nachbargemeinden sowie der Ehrengäste aus Stadt und Kreis feierte man bei strahlendem Himmel und milden Temperaturen diesen für das Dorf so wichtigen Tag.

In den Jahren 2007-2009 wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Die Terrasse wurde abgedichtet und bekam einen neuen Belag. Unter der Terrasse wurde ein Kellerraum für die Lagerung von Geräten ausgebaut. Wegen Undichtigkeiten wurde das Dach neu eingedeckt und erhielt mit dieser Maßnahme eine Isolierung, um die Heizkosten zu senken. Ein neuer Anstrich verbesserte die Außenansicht und dient dem Erhalt des Gebäudes.

2017 stand eine umfangreiche Innenrenovierung an. Eine behindertengerechte Toilette, Schallschutzdecken, eine Beschallungsanlage und eine Leinwand mit Beamer wurden dabei eingebaut.

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Das Pfarrheim heute

Bis zum heutigen Tage dient das Pfarrheim im Sinne der Worte von Herrn Generalvikar Bruno Kresing als Begegnungsstätte für Jung und Alt und leistet damit eine wichtige Grundlage für eine lebendige Gemeinde.

Das Pfarrheim wird von verschiedenen Gruppen genutzt.

KFD, KLJB, Messdiener, Senioren (örtl. Caritas), Tagespflege auf dem Lande (Caritas Rüthen), Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Messdiener,
KV-Sitzungen.

2019 haben die Heimatfreund Oestereiden auf der Wiese hinter dem Pfarrheim einen Bouleplatz errichtet.

Quellen:

Geschichte des Kirchspiels Hoinkhausen

von Heinerich Schlootkötterund Wilhelm Hültenschmidt

Pfarrarchiv der Kirchengemeinde St. Antonius d. E., Oestereiden

Fotos. Thomas Rensinghoff und andere