380 Jahre alter Grenzstein entdeckt

Oestereiden: Recht zufällig entdeckte vor geraumer Zeit Michael Teitz aus Oestereiden einen auffälligen Stein im "Kleiderbügel", der Grenzstelle zwischen den Gemarkungen Oestereiden, Kellinghausen und Langenstraße.

Beim näheren Hinsehen und Grabungen entpuppte sich der Stein als ein Grenzstein, der eine auffällige Kennzeichnung trug. (= siehe Foto). Diese Tatsache ließ seinem Bruder Rainer Teitz keine Ruhe: Nachdem ihm mehrere Anfragen bei Ämtern und Behörden nicht weiterhelfen konnten, nahm er schließlich Kontakt mit Stadtarchivar Friedhelm Sommer sowie mit dem ehemaligen Kreisheimatpfleger Peter Sukkau auf. Beide fanden bei ihren intensiven Recherchen übereinstimmend heraus, dass es sich bei dem Stein um einen alten Grenzstein, damals auch Malstein genannt, handelt.

In dem Buch "Heimatgeschichte von Langenstraße-Heddinghausen" wird über den Schnadegang im Jahre 1677 berichtet und hierbei auf diesen Stein Bezug genommen. Der Grenzstein stand demnach auf der Grenze des damals noch bis an den "Grund" heran reichenden Rietbergischen "Birkenwaldes". Das Kürzel "JO" auf dem Stein mit der Zahl 41 sollte hierbei für den damaligen Rietbergischen Grafen Johann von Ostfriesland stehen, der sein Amt 1640 antrat und damit der Lehnsherr auch von Oestereiden wurde. Danach wäre dieser Stein in der Endphase des 30jährigen Krieges gesetzt worden und folglich 380 Jahre alt.

Vor Ort schauten sich nun die Verantwortlichen mit den Heimatfreunden Oestereiden diesen Stein an und legten diesen frei, um ihn in Gänze zu begutachten. Ob der Grenzstein wieder sichtbar gemacht wird, soll nach Rücksprache mit dem zuständigen Denkmalamt entschieden werden.

Auf dem Bild sind zu sehen (von links nach rechts) Michael Teitz, Ortsvorsteher Alfons Levenig (Oestereiden), Ortsvorsteher Antonius Wilmesmeier (Langenstraße - Heddinghausen), Rainer Teitz, Peter Sukkau, ehem. Kreisheimatpfleger sowie Kreisheimatpfleger Norbert Dodt.

Die im Hintergrund zu sehende alte Eiche hat nach Berechnungen von Rainer Teitz in etwa das Alter von 328 Jahren und dürfte seinerzeit als „Grenzbaum“ gepflanzt worden sein.

(Fotos: Georg Eickhoff)